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Einen Tag mit der Videoredaktion unterwegs

Zwischen Blaulicht, Interviews und Schnittplatz – mit der Videoredaktion bei der 14. Nationalen Maritimen Konferenz in Emden

Von Andreas Unterberg

Rund 800 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Verbänden kamen zur 14. Nationalen Maritimen Konferenz nach Emden. Im Mittelpunkt standen maritime Wirtschaft, Energiewende und die Zukunft von Arbeitsplätzen im Nordwesten. Doch während im Inneren der Nordseehalle diskutiert wurde, arbeitete draußen ein kleines Videoteam, bestehend aus Liza Steenemann, Aaron Cronshage und Sophia Sachse, daran, all die Eindrücke, Stimmen und Emotionen des Tages einzufangen.

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Aaron Cronshage (rechts) und Liza Steenemann besprechen letzte Details für das Filmen der Demo.

Früher Start zwischen Kameras und Konvois

Der Tag beginnt früh an der Nordwest Mediengruppe in Oldenburg. Kameras, Akkus, Mikrofone, Stative – alles wird verladen. Dann geht es nach Emden, gemeinsam Richtung Festspielhaus am Wall und zu Fuß weiter zur Nordseehalle. Dort herrscht bereits am Vormittag geschäftiges Treiben. Polizeiautos stehen bereit, Motorräder eskortieren ankommende Fahrzeuge, Limousinen rollen im Minutentakt vor den Eingang. Das Videoteam positioniert sich direkt an der Akkreditierung mit bester Sicht auf das gesamte Geschehen. Aaron Cronshage beginnt schon damit, Schnittbilder der Umgebung einzufangen. Mit einem Auge fürs Detail, für Menschen und Gesichter und Bewegungen achtet er dabei auch auf Farben, Lichtverhältnisse und vieles mehr und hat schon den Schnitt dabei im Kopf und was er dabei alles zu bebildern hat.

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Aaron Cronshage, fängt die Anti-Merz-Demonstration filmisch ein.

Zwischen Sicherheitskräften, Journalistinnen und Journalisten und geladenen Gästen behalten Aaron, Sophia und Liza den Überblick. Nach und nach treffen prominente Namen ein: Olaf Lies (SPD), niedersächsischer Wirtschaftsminister, Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU), Claus Ruhe Madsen (CDU), Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister, aber auch Landtagsabgeordneter Ulf Thiele (CDU) oder Bernard und Jan Meyer von der Meyer Werft.

Doch selbst bei minutiöser Planung bleibt vieles unvorhersehbar. „Wir planen eine solch große Veranstaltung immer mit dem Redaktionsteam vor Ort. So wissen wir, welche Kolleg*innen für Liveticker, Fotos oder Printartikel wo sind. Wir als Videoteam machen uns im Vorfeld Gedanken, welche Fragen wir welcher Person stellen könnten, welche Moderationen wir vor der Kamera brauchen und welche Aufnahmen wir für den Beitrag benötigen“, erklärt Liza Steenemann, die an diesem Tag Drehleitung und Koordination übernimmt.

Wenn Planung plötzlich zweitrangig wird

Trotzdem müsse ständig spontan reagiert werden. „Bei diesem Dreh wusste man nicht genau, wann Friedrich Merz am Flugplatz Emden landet, wie gut er zur Halle durchkommt und wo genau er dann auftaucht. Genauso mit anderen Personen wie Olaf Lies. Infos bekommt man dann durch Kolleg*innen, der Polizei oder andere Informanten.“

Interviews ergeben sich oft spontan – etwa mit Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff oder Holger Banik, Geschäftsführer von Niedersachsen Ports. Doch zwischen Politik, Sicherheitsvorkehrungen und engem Zeitplan bleibt wenig Raum für Vorbereitung.

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Sophia Sachse ist an diesem Tag Reporterin und kommentiert das Geschehen.

„Ich bin tatsächlich vor solchen Interviews oft nervös – gerade, wenn alles schnell gehen muss und man weiß, dass man nur wenig Zeit hat. Vor allem bei politischen Gesprächen oder emotionalen Themen will ich niemandem mit Halbwissen gegenübertreten. Deshalb bereite ich mich vorher sehr intensiv vor, lese mich ein und überlege mir schon mögliche Nachfragen“, erklärt Sophia Sachse.

Zwischen Politikerinterviews und Demonstrationen

Die Herausforderung: ständig zwischen offiziellen Terminen und spontanen Situationen umzuschalten. „Das Schwierige ist oft, innerhalb weniger Minuten komplett umzuschalten. Bei einem offiziellen Termin spricht man ganz anders als plötzlich mitten auf einer Gegendemonstration oder mit Menschen, die emotional oder aufgebracht sind. Ich merke dann schon manchmal innerlich Druck, weil man schnell reagieren und gleichzeitig respektvoll bleiben muss“, so Sophia weiter.

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Sophia Sachse führt ein Interview mit der Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden.

Genau diese Gegensätze prägen den Tag. Gegen 13 Uhr beginnt der offizielle Einlass in die Nordseehalle, der Kanzler wird für den Nachmittag erwartet. Während drinnen letzte Vorbereitungen laufen, verdichten sich draußen die Demonstrationen. Kurz vor der Ankunft des Kanzlers wechseln Aaron Cronshage und Sophia Sachse mitten hinein ins Geschehen. Transparente werden hochgehalten, Sprechchöre hallen über den Platz, Menschen diskutieren lautstark. Die Kamera bleibt ständig in Bewegung.

Die Jagd nach den richtigen Bildern

Für Aaron Cronshage bedeutet das vor allem eines: schnell entscheiden. „Ich achte vor allem darauf, was wichtig fürs Thema ist. Offizielle Szenen zeigen das Ereignis, emotionale Bilder eher die Stimmung. Ich versuche, beides einzufangen, damit man die Situation gut versteht“, erklärt Aaron. Dabei gehe es nicht um perfekte Einstellungen, sondern um den richtigen Moment. „Viel läuft über Übung und Vorbereitung. Die Technik sollte möglichst schnell sitzen, damit ich mich auf den Inhalt konzentrieren kann. Im Zweifel ist mir ein wichtiger Moment wichtiger als ein perfektes Bild.“

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Aaron Cronshage fängt Schnittbilder für den späteren Beitrag ein.

Immer wieder entstehen zwischendurch kleine hektische Momente. Ein Konvoi nähert sich, plötzlich ruft jemand aus der Redaktion eine neue Information herüber, Sicherheitskräfte schieben Menschen zur Seite. Das Team reagiert beinahe ohne Worte. „Wir sind in dem Fall alle ein Team und ziehen an einem Strang“, sagt Liza Steenemann. „Manchmal ruft man es sich auch einfach zu, sollte eine Person was eher entdeckt haben. Hier beispielsweise, dass die Autokolonne von Herrn Merz kommt, oder die Demo im Anmarsch ist.“

Hinter der Kamera steckt oft Anspannung

Und trotzdem gibt es zwischen all dem Stress auch Momente, die hängen bleiben. „Vor der Kamera wirkt vieles oft souveräner, als es sich in dem Moment anfühlt“, erzählt Sophia Sache. „Gerade bei solchen Drehtagen passiert extrem viel spontan – plötzlich steht man wichtigen Persönlichkeiten gegenüber, die man vielleicht erst fünf Minuten vorher angekündigt bekommen hat, und soll sofort ein Interview führen.“ Dabei helfe vor allem echtes Interesse. „Die meisten Menschen reden am liebsten über ihre eigenen Ziele, ihre Motivation oder ihre Sicht auf Dinge. Wenn man aufmerksam zuhört und ehrliches Interesse zeigt, entwickelt sich daraus meistens ein gutes Gespräch.“

postproduktion-gezeitenwechsel-videoredaktion-Schnitt

Aaron Cronshage schneidet den Beitrag zur 14. Nationalen Maritimen Konferenz in Emden. Gemeinsam mit Liza Steenemann schaut er über den Schnitt.

Vom Dreh direkt in den Schnitt

Dann folgt ein kurzer Moment zum Durchatmen. Nach einer kleinen Stärkung und der Ankunft des Kanzlers endet der Außendreh. Das Team fährt zurück zur Emder Zeitung und anschließend weiter in den Verlag nach Oldenburg. Dort beginnt die zweite Hälfte des Arbeitstages: Sichtung, Datensicherung und Schnitt.

Für Aaron Cronshage wird der Abend besonders wichtig. Es ist sein erstes größeres Schnittprojekt.

Zwischen Tonspuren, Schnittbildern und O-Tönen entsteht nach und nach der fertige Beitrag. Unterstützt wird er dabei von Liza Steenemann. Viel verändert werden muss am Ende nicht. „Die Story muss klar und verständlich sein. Man darf nichts verfälschen und sollte O-Töne sinnvoll einsetzen. Außerdem achte ich auf ein gutes Tempo und dass alles logisch aufgebaut ist“, beschreibt Cronshage seine Arbeit im Schnitt.

Als der Beitrag schließlich fertig exportiert wird, liegt ein langer Tag hinter dem Team – ein Tag voller Hektik, spontaner Entscheidungen, politischer Gespräche und schneller Reaktionen. Ein Tag, an dem aus hunderten Eindrücken am Ende ein Video entsteht, das die Atmosphäre der Nationalen Maritimen Konferenz für Zuschauerinnen und Zuschauer sichtbar macht. Dafür arbeitet die Videoredaktion jeden Tag.

Hier sehen Sie das fertige Video des Tages:

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