King of Queens:
Deutsches Fantreffen in Bremen
Fankultur 80 Fans feiern mit Stars der Serie und kultigen Wettbewerben, Synchronsprecher Thomas Karallus im Interview
Wenn Sie etwas mit den Begriffen „Knochenkotzer“, „555Nase“ oder „Limoneneis von Gabe’s Pizzeria“ anfangen können, dann sind sie hier genau richtig. Zum zweiten Mal wurde Bremen zum Treffpunkt für Fans der Kultserie „King of Queens“. In den Räumen des Restaurants „1885 Die Burger“ kamen 80 leidenschaftliche Anhänger zusammen - und das teils von weit her. So etwa aus Trier, Frankfurt am Main, Wiesbaden, Wesel, aber auch aus Luxemburg und den Niederlanden. “Wir hätten 400 Leute aufnehmen können, so groß war die Nachfrage,” erklärt Mitorganisator Dennis Lubahn. Gemeinsam mit Rafal Korpethei und einem engagierten Team aus Serien-Fans wollen Sie eine dauerhafte Fanplattform für King of Queens schaffen. Und das ist auch bitter nötig. Die Fangemeinde ist groß, die Serie in Deutschland so beliebt und erfolgreich, wie in keinem anderen Land, nicht mal in den USA. Dabei war der Erfolg den Synchronsprechern erst gar nicht klar, wie der damalige Synchronregisseur Peter Minges verriet. „Wir dachten erst, was ist das für ein überzeichneter Mist. Erst nach den ersten Fanbriefen, die sehr schnell kamen, war uns klar, was für ein Schatz das ist.“
Noch nie habe ich so viele Filmzitate gehört, wie an diesem Abend. Komplette Unterhaltungen mit King Of Queens Zitaten? Hier kein Problem. „Ihre Herzen schlugen, wie das einer Beutelratte.“ (Arthur Spooner). Eins kann ich auch liefern.
Darum geht es bei King of Queens
Die Serie dreht sich um Douglas Heffernan (Kevin James), einen Kurierfahrer bei IPS (International Parcel Service) und seine Frau Carrie (Leah Remini), eine Rechtsanwaltsgehilfin. Nach einem Unfall ihres Vaters Arthur (Jerry Stiller), bei dem dessen Haus abbrennt, lassen sie ihn bei sich in den Keller einziehen. Das Chaos ist perfekt. Hinzu kommen Freunde wie Spencer Olchin, Deacon Palmer, Richie Iannucci und Cousin Danny Heffernan oder der Hundesitterin Holly Shumpert. Geschichten aus dem Leben eben. Die Sitcom stammt aus den USA und lief von 1998 bis 2007 auf dem Sender CBS. In Deutschland wurde die Serie ab 2001 auf RTL II (Staffel 1-5) und später auf Kabel eins (Staffel 6-9) ausgestrahlt. Die meisten Szenen wurden in den Sony Pictures Studios in Kalifornien gedreht, obwohl die Handlung im Stadtteil Queens, New York, angesiedelt ist.
Prominente Unterstützung und kultige Programmpunkte
Das Event begeisterte mit einer hochkarätigen Gästeliste: Thomas Karallus, Synchronsprecher von Kevin James, Peter Minges, Synchronregisseur der ersten fünf Staffeln von King of Queens, Larry Romano, der in den ersten zwei Staffeln die Rolle des Richie Iannucci spielt und Marc Seidenberg, die deutsche Synchronstimme von Larry Romano waren als Stargäste geladen. Videobotschaften von Tanja Schumann (Synchronstimme von Sara Spooner (Lisa Rieffel) und Gary Valentine (Darsteller von Danny Heffernan) rundeten die Promi-Präsenz ab. Durch den Abend führten die Moderatoren Sascha Fehrmann und Philipp Kussmaul.
Duo Infernale mischt sich unter die Gäste
Besonders für die Fans des deutschsprachigen King of Queens-Podcasts Duo Infernale, moderiert von Schales und Pana, war die Anwesenheit der beiden ein Highlight. Mit bislang 164 Folgen und einer leidenschaftlichen Fangemeinde gehören sie zu den Stimmen der deutschen King of Queens-Community.
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„KI kann keine Emotionen“
Im Interview verriet mir Thomas Karallus, der neben Kevin James auch viele Hörspiele, wie die Oktonauten, Ice Age oder Weihnachtsmann & Co KG, synchronisiert, dass es für den Beruf des Synchronschauspielers schon eine Schauspielausbildung brauche. „Ich selbst habe 14 Jahre am Theater gespielt, bin mit Rollen in „Das Traumschiff“, „Die Schwarzwaldklinik“ und „Großstadtrevier“ aufgetreten. Es ist einfach leichter, die Tonalität, die Lippenbewegungen und das Handwerk dafür besser zu erfassen.“ Auf die Frage, ob Künstliche Intelligenz irgendwann den Berufsstand der Synchronsprecher ersetzen könne antwortete Karallus: „Alles, was gespielt und empfunden werden muss, kann eine KI aktuell meiner Meinung nach nicht ersetzen. KI kennt keine Emotionen. Werbetexte, die sehr monoton gesprochen werden, vielleicht schon. Aber wir wissen ja auch noch nicht, wo die Technik hingeht.“
Essen, Spiele und die “Schimmler”-Auszeichnungen
Umfunktioniert zur Sportsbar „Cooper’s“ aus der Serie, „Körbe sind Trumpf“, King of Queens Fans wissen, was gemeint ist, bot das Lokal eine besondere Auswahl an Burgern an. Leckere Brownies mit einer Kaffeenote gab es auch. Zusätzlich konnten die Fans an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen, darunter ein Chickenwing-Wettessen (Staffel 7, Folge 16, „Schwarz-Weiß-Malerei), das Erraten bekannter Serien-Zitate und ein Nachstellen von Dialogen mit Thomas Karallus höchstpersönlich. Ein Höhepunkt war die Preisverleihung der sogenannten “Schimmler” (Staffel 5, Folge 18 „Russisches Roulette“). Zwei Fans wurden für das beste Outfit und die weiteste Anreise ausgezeichnet, während auch die Stargäste jeweils einen Schimmler erhielten. Im Verlauf des Abends wurden ein Quiz und eine exklusive Verlosung veranstaltet. Zu gewinnen gab es ein Überraschungs-IPS-Päckchen sowie einen hochwertigen Aufsteller, gesponsert von Cutoutme aus Hannover.
Musikalische Begleitung
Musiker Joshua Wissenbach aus Walsrode sorgte für die passende Untermalung des Abends und begeisterte das Publikum mit Musik aus der Serie. Da gab es z.B. den Titelsong „Baby all my life I will be driving home to you“ von Billy Vera and the Beaters oder den Margy Song, geschrieben für Douglas Heffernans Ex-Freundin (Staffel 5, Folge 7, „Margys Song“). Aber auch „Shakin‘“ von Eddy Money kam auf die Bühne (Staffel 4, Folge 23, „Reich für einen Tag“)
Charity-Auktion mit exklusiven Fanartikeln
Im Rahmen einer Wohltätigkeitsauktion werden jetzt im Nachgang seltene Sammlerstücke versteigert, darunter zwei originale Synchron-Drehbücher, das “Gemälde des Grauens” (Staffel 8, Folge 17) und die Lederjacke von Larry Romano, der er in der Folge „Freundschaftsdienste“ (Staffel 1, Folge 19) trug. Der Erlös geht an die United Breast Cancer Foundation, ein Anliegen, das auch Larry Romano höchstpersönlich sehr am Herzen liegt.
Das nächste Event kann also kommen. Pläne sind seitens der Veranstalter bereits gemacht. Meine Grabesquellen sagen mir: „Macht weiter so.“
Von Andreas Unterberg